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BARF-Grundlagen

Wer seinen Hund wirklich kennt, fragt sich irgendwann: Ist das, was täglich im Napf landet, wirklich das Beste für ihn? Die Antwort, die immer mehr Hundebesitzer zu BARF führt, liegt in der Natur selbst – genauer gesagt: im Wolf.

Was bedeutet BARF eigentlich?

BARF steht für Biologisch Artgerechtes Rohes Futter – eine Ernährungsweise, die sich an der natürlichen Nahrung des Hundes als Fleischfresser orientiert. Der Begriff wurde in den 1990er-Jahren vom australischen Tierarzt Dr. Ian Billinghurst geprägt und in Deutschland maßgeblich durch die Ernährungsberaterin Swanie Simon bekannt gemacht.

Der Grundgedanke ist einfach: Hunde haben sich über tausende Jahre als Fleischfresser entwickelt. Ihre Verdauung, ihre Zähne, ihr Stoffwechsel – alles ist auf rohes Fleisch, Knochen und Innereien ausgelegt. Industrielles Trockenfutter existiert erst seit wenigen Jahrzehnten. BARF kehrt zu dem zurück, was der Körper des Hundes wirklich kennt.

Die Grundprinzipien der BARF-Ernährung

Eine ausgewogene BARF-Ration besteht aus tierischen und pflanzlichen Anteilen, die gemeinsam alle notwendigen Nährstoffe liefern. Als bewährte Faustregel gilt:

  • 80 % tierische Anteile – Muskelfleisch, rohe fleischige Knochen, Innereien (besonders Leber), Pansen
  • 20 % pflanzliche Anteile – püriertes Gemüse, etwas Obst, Kräuter

Innerhalb des tierischen Anteils empfehlen sich folgende Richtwerte:

  • 40–50 % Muskelfleisch (Fettanteil 15–25 %)
  • 10–15 % rohe fleischige Knochen
  • 15–20 % Innereien
  • 15–25 % Pansen oder Blättermagen

Wichtig: Diese Werte gelten über einen längeren Zeitraum – nicht zwingend in jeder einzelnen Mahlzeit.

Welche Zutaten gehören in den BARF-Napf?

Erlaubt und empfohlen: Rind, Geflügel, Lamm, Wild, Kaninchen – roh und möglichst in Bioqualität. Dazu Rinderleber, Hühnerherzen, Lunge und Pansen. Beim Gemüse eignen sich Zucchini, Möhren, Fenchel und Brokkoli besonders gut – immer püriert, damit die Zellwände aufgebrochen werden.

Ergänzungen sinnvoll: Lachsöl für Omega-3-Fettsäuren, Bierhefe für B-Vitamine, Grüne Tripe (ungereinigte Pansen) als natürliches Probiotiikum und je nach Bedarf Mineralstoffpräparate zur Absicherung.

Vorsicht bei: Zwiebeln, Knoblauch in größeren Mengen, Trauben, Rosinen, Macadamia-Nüsse sowie gekochte Knochen jeder Art – diese sind für Hunde gefährlich.

Die Vorteile von BARF – was Hundebesitzer berichten

Wer auf BARF umstellt, bemerkt häufig schon nach wenigen Wochen deutliche Veränderungen:

  • Gesünderes Fell und Haut – weniger Schuppen, mehr Glanz
  • Kleinere, geruchsärmere Ausscheidungen – ein Zeichen besserer Verwertung
  • Mehr Energie und Vitalität, besonders bei Hunden mittleren Alters
  • Weniger Zahnstein durch das natürliche Kauen an Knochen
  • Reduktion von Allergiesymptomen bei Hunden mit Futtermittelunverträglichkeiten

Diese Beobachtungen decken sich mit dem, was wir täglich von unserer Community hören – und was uns bei der Familie Wolff selbst überzeugt hat.

So startest du mit BARF – Schritt für Schritt

1. Informiere dich gründlich

BARF ist keine Diät, die man mal eben ausprobiert. Ein solides Grundwissen über Nährstoffbedarf, Mengenberechnung und Zutatenauswahl ist Pflicht. Wir empfehlen als Einstieg den Artikel auf ernaehrung-hunde.de sowie den deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zu BARF für einen schnellen Überblick.

2. Berechne die richtige Futtermenge

Als Faustregel gilt: etwa 2–3 % des Körpergewichts des Hundes pro Tag – aufgeteilt auf ein bis zwei Mahlzeiten. Welpen, sehr aktive Hunde oder ältere Tiere brauchen individuelle Anpassungen.

3. Beginne einfach

Starte mit einer einzigen Fleischsorte, zum Beispiel Rindermuskelfleisch. Führe neue Zutaten langsam ein und beobachte, wie dein Hund reagiert. Der Verdauungstrakt braucht ein bis drei Wochen, um sich umzustellen.

4. Lass dich beraten

Besonders am Anfang lohnt sich der Austausch mit einem erfahrenen BARF-Berater oder einem ernährungskundigen Tierarzt. Viele Anfängerfehler – vor allem beim Mineralstoffausgleich – lassen sich so von Beginn an vermeiden.


BARF ist keine Modeerscheinung, sondern eine Rückkehr zu dem, was Hunde wirklich brauchen. Mit dem richtigen Wissen und etwas Planung ist es einfacher umzusetzen, als viele zunächst denken. Wir begleiten dich dabei – Schritt für Schritt.

Häufige Fragen zur Hundeernährung

Was bedeutet BARF eigentlich?

BARF steht für 'Biologically Appropriate Raw Food' – also biologisch artgerechte Rohkost. Das Konzept orientiert sich an der natürlichen Ernährung von Wölfen und basiert auf rohem Fleisch, Knochen, Innereien sowie pflanzlichen Zutaten wie Gemüse und Obst.

Ist rohes Fleisch gefährlich für meinen Hund?

Gesunde Hunde haben einen deutlich kürzeren und sauereren Verdauungstrakt als Menschen, der viele Keime problemlos abtötet. Beim Kauf sollte man auf frische, qualitativ hochwertige Ware achten und hygienisch arbeiten. Immungeschwächten Hunden oder Welpen empfehlen wir, vorab einen Tierarzt zu konsultieren.

Wie berechne ich die richtige Futtermenge?

Als Faustregel gilt: erwachsene Hunde erhalten täglich ca. 2–3 % ihres Körpergewichts an Frischfutter. Welpen, hochtragende Hündinnen und sehr aktive Hunde benötigen entsprechend mehr. In unserem Futterrechner und den individuellen Futterplänen findest du genaue Angaben für deinen Hund.

Welche Lebensmittel sind für Hunde tabu?

Zwiebeln, Knoblauch in großen Mengen, Trauben, Rosinen, Macadamia-Nüsse, Schokolade, Avocado und Xylitol (Birkenzucker) sind für Hunde giftig und müssen strikt gemieden werden. Auch rohe Schweinefleischprodukte sind wegen des Aujeszky-Virus tabu.

Kann ich meinen Hund auch ohne Erfahrung auf BARF umstellen?

Ja, mit der richtigen Anleitung ist das gut möglich! Wir empfehlen, langsam mit einem einfachen Fleisch-Gemüse-Plan zu starten und die Umstellung über 1–2 Wochen schrittweise vorzunehmen. Unsere Einsteiger-Futterpläne und die persönliche Ernährungsberatung helfen dir dabei.

Brauche ich Nahrungsergänzungsmittel beim BARFen?

Bei einer ausgewogenen BARF-Ration sind Supplemente oft nicht zwingend nötig. Omega-3-reiche Öle (z. B. Lachsöl), Grünlippmuschelextrakt für Gelenke oder Kelp als Jodquelle können jedoch sinnvoll sein. Ob und was gebraucht wird, hängt von der individuellen Ration und dem Hund ab.